Wissen rund um DoodlesRatgeber

Wie ein Google Doodle entsteht: Auswahl, Recherche, Entwurf und Start

Ein Ausschuss aus Googlern wählt jedes Jahr aus Tausenden Vorschlägen die Themen für das nächste Jahr. Danach recherchiert ein Team aus Künstlern, Designern, Ingenieuren und Programmmanagern, entwirft Skizzen, überarbeitet und testet sie und startet das Doodle an einem Datum, das zum Thema passt.

Zeichentisch mit einem großen Blatt voller grober bunter Bleistiftskizzen, Stiften, Radiergummi und einer Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Zwischen der ersten Skizze und dem Start eines Doodles können laut Google Jahre liegen, manchmal aber nur wenige Stunden [2]. Der Weg dorthin folgt trotzdem einem festen Ablauf: Auswahl des Themas, Zusammenstellung des Teams, Recherche, Entwurf, Überarbeitung und Start [1]. Hier gehen wir die Schritte nacheinander durch und zeigen an Beispielen aus dem Archiv, wie sie in der Praxis aussehen. Google gestaltet die Doodles; sehen kannst du sie im offiziellen Archiv doodles.google, das wir an passenden Stellen verlinken.

Woher die Ideen kommen

Das Doodle-Team bekommt jedes Jahr Tausende Ideen, von Google-Mitarbeitern und aus der Öffentlichkeit [1]. Im Google-Blog war 2022 von etwa 7.000 Vorschlägen im Jahr die Rede [3]. Wer eine Idee hat, kann sie an doodleproposals@google.com schicken; weil dort täglich Hunderte Anfragen eingehen, beantwortet Google nicht jede [2]. Beim Sortieren helfen die Local Doodle Managers, die einzelne Länder vertreten und wissen, welche Anlässe dort wichtig sind [3].

Wand mit vielen bunten Zetteln und losen Skizzen in Reihen, davor ein Holzstuhl im Nachmittagslicht
Bild: KI-generiert

Über die Themen entscheidet ein Ausschuss aus Googlern. Er trifft sich jedes Jahr über mehrere Monate und legt fest, welche Doodles im folgenden Kalenderjahr erscheinen [1]. Laut Blog beginnen die Treffen jeweils im August und enden meist Ende Oktober [3]. Grundlage sind Recherchen und Gespräche mit Kulturberatern und Fachleuten vor Ort; am Ende steht eine Jahresliste mit Hunderten Doodles [1]. Teamleiterin Jessica Yu beschreibt im Blog, dass dabei auch über die Form entschieden wird: ein Bild, ein animiertes GIF, etwas Interaktives oder sogar ein Spiel [3]. Die Marketingverantwortliche Perla Campos nennt als einen Grund für die lange Dauer, dass das Team Googler aus aller Welt anhören will, um eine möglichst vielfältige und inklusive Auswahl zu bekommen; ein zweiter Grund sei die große Zahl der Ideen [3].

Die Regeln für die Auswahl

Die Auswahl folgt festen Grundsätzen, die Google im Blog von 2022 beschreibt [3]. Doodles sollen die Menschen erfreuen und überraschen. Sie werden nie einer Person gewidmet, die noch lebt, weil Doodles über Personen deren Lebenswerk würdigen sollen [3]. Sie werben nie für Marken. Außerdem will das Team hochwertige Kunst und Technik zeigen und Doodles auswählen, die alle Menschen einbeziehen [3].

Als Beispiel für die Regel zu lebenden Personen nennt das Team das Video-Doodle zu Stephen Hawking, das mit seiner Familie entstand [3]. Es erschien am 08.01.2022 zu seinem 80. Geburtstag; seine Tochter Lucy und seine Söhne Robert und Tim äußern sich auf der Archivseite zum Doodle, die Fotos stammen von der Familie [8].

Die Schritte bis zum fertigen Doodle

Auf der Seite "Discover how Doodles are made" beschreibt Google den Ablauf nach der Themenwahl in Schritten [1]:

Fünf Zeichenblätter nebeneinander auf einem langen Tisch, jedes mit einer weiter ausgearbeiteten bunten Figur
Bild: KI-generiert
  1. Das Team zusammenstellen: Künstler, Designer, Ingenieure, Marketingleute und Programmmanager, oft zusammen mit Angehörigen, Kulturberatern und Fachleuten [1].
  2. Recherchieren: Die Recherche zum Thema bestimmt Gestaltung und Erzählweise [1].
  3. Konzepte entwickeln: Die Ansätze beginnen oft als einfache Skizzen; in Review-Runden einigt sich das Team auf eine Richtung [1].
  4. Überarbeiten und testen: Jedes Konzept wird mehrfach verfeinert, Spiele brauchen zusätzliche Bau- und Testrunden [1].
  5. Starten: Das Doodle erscheint an einem Datum, das mit seinem Thema verbunden ist [1].

Recherche und Partner

Für Doodles über eine Gemeinschaft holt das Team diese Gemeinschaft dazu. Beim Doodle zum Native American Heritage Month, das einen Zuni-Künstler oder eine Zuni-Künstlerin würdigte, arbeitete Google mit einer Person aus dem Stamm als Gastkünstler und mit einer Person als Kulturberatung, die die Stammesregierung vermittelt hatte [3]. Beim Video zur Mondlandung 2019 nennt die Archivseite die Familie von Michael Collins und die NASA als Partner [10]. Wie Recherche ins Bild einfließt, zeigt das Bach-Doodle: Bach verstand laut Archivseite viel vom Bau und von der Reparatur von Orgeln, und deren Mechanik ist im Spiel zu sehen [5]. Zum Coding-Doodle von 2017 schrieb Champika Fernando vom Scratch-Team des MIT einen Gastbeitrag über die Geschichte der Programmiersprachen für Kinder [11].

Skizzen und Entwürfe

Viele Archivseiten zeigen, wie ein Doodle aussah, bevor es fertig war. Beim Doodle zu Hedwig Kohn vom 05.04.2019 stehen frühe Entwürfe unter "Early concepts and drafts of the Doodle" [7]. Zum Doodle zu Hedy Lamarr vom 09.11.2015 zeigt die Seite Skizzen, Storyboards und ein alternatives Ende aus einer frühen Fassung [9]. Wie stark sich ein Plan noch ändern kann, zeigt das Doodle für Selena von 2017: Das Team verwarf den ursprünglichen Vorschlag einer statischen Illustration und machte daraus ein Video mit Musik, an dem die Familie mitarbeitete [3].

Technik und Tests

Bei interaktiven Doodles kommt Programmierarbeit hinzu. Für das Bach-Doodle vom 21.03.2019 entwickelte eine Forscherin des Magenta-Teams das Modell Coconet, trainiert mit 306 Choralsätzen Bachs [5]. Das Team PAIR sorgte mit TensorFlow.js dafür, dass das Modell im Browser läuft; für langsame Geräte stellte Google zusätzlich Tensor Processing Units bereit [5]. Google nennt die Rechenhilfe über diese Prozessoren ein weiteres Novum für Doodles [5]. Auch das Coding-Doodle vom 04.12.2017 entstand aus der Arbeit von drei Teams: dem Doodle-Team, dem Google-Blockly-Team und Forschenden von MIT Scratch [11]. Das Halloween-Doodle von 2018 ging laut Google-Blog aus einem Hackathon von Googlern hervor und wurde zu einem technischen Großprojekt, das Jahre dauerte [3].

Formate und Materialien

Doodles gibt es als Zeichnungen, Animationen, Bilderfolgen, Videos und Spiele [2]. Nicht alle entstehen am Computer. Laut Google-Blog bestand ein Doodle zum Veterans Day aus einer Papierrolle mit alten Uniformen, ein Doodle zu Angelo Moriondo, der ein Patent auf die Espressomaschine hatte, wurde mit Kaffee gemalt [3]. Für das Doodle zum Earth Day 2012 befestigten einige Doodler eine Kamera auf dem Dach ihres Gebäudes; Google zählt es zu den ersten Multimedia-Doodles [2].

Kaffeetasse, Pinsel und Aquarellpapier mit braunen Kaffeeflecken in geschwungenen Formen auf einem Holztisch
Bild: KI-generiert

Das Doodle zu Oskar Picht vom 23.09.2024 ist sogar ein gegossenes Bronzerelief, das Blinde ertasten können [6]. Die Archivseite zeigt unter "Behind the Doodle" einzelne Arbeitsschritte: den Negativabdruck für den Guss, das Reinigen und Nacharbeiten der Patina nach dem Brennen und das Fotografieren des fertigen Reliefs [6]. Die Künstlerin Ute Diez erzählt dort, dass sie auch den Text für Bildschirmleser in Brailleschrift übertrug [6].

Was die Künstler über ihre Arbeit sagen

Auf manchen Archivseiten beantworten die Gestalter Fragen zu ihrem Doodle. Ute Diez berichtet beim Doodle zu Oskar Picht, sie habe nach der Anfrage ein dreidimensionales Doodle zum Tasten entworfen [6]. Im Lauf der Arbeit kam der Wunsch hinzu, auch das klassische Google-Logo erstmals für Blinde ertastbar zu machen [6]. Matthew Cruickshank wollte beim Hawking-Doodle mit Zitaten des Physikers einen kurzen Animationsfilm erzählen [8]. Weil Animation auf Zeit und Raum beruht, passte sie für ihn zur Kosmologie; als Vorbild nennt er die Entwicklung der Computergrafik zu Hawkings Lebzeiten [8]. Beim Doodle zu Hedwig Kohn zeigt die Archivseite das Labor der Physikerin, gezeichnet von der Hamburger Gastkünstlerin Carolin Löbbert, dazu ihre frühen Entwürfe [7].

Wie lange die Arbeit dauert

Eine feste Dauer gibt es nicht. Manchmal hat das Team Wochen oder sogar ein Jahr Zeit [3]. Das erste Doodle, das noch am selben Tag erschien, entstand 2009, als Wasser auf dem Mond entdeckt wurde [4]. Die Doodlerin Jennifer Hom las morgens davon und bekam mittags den Auftrag, das Doodle innerhalb von vier Stunden zu zeichnen, fertigzustellen und online zu bringen [3]. Am anderen Ende stehen die Champion Island Games: Sie sollten ursprünglich einen Sommer früher erscheinen; weil COVID-19 die Olympischen Spiele verzögerte, starteten sie erst im Juli 2021 [3]. Google nennt sie das umfangreichste Doodle, das es je gemacht hat, mit sechs Sport-Minispielen und 24 Nebenaufgaben [3].

Der Start auf der Google-Startseite

Ein Doodle erscheint an einem Tag, der mit seinem Thema verbunden ist, etwa einem Geburtstag oder Jahrestag [1]. Oft laufen gleichzeitig mehrere verschiedene Doodles an verschiedenen Orten der Welt [1]. Die meisten bleiben nur 24 bis 48 Stunden auf der Startseite und danach dauerhaft im Archiv [1]. Bei kurzfristigen Doodles fragt das Team kurz vor dem Start, welche Regionen das Doodle übernehmen wollen [3]. Nicht jedes Doodle erscheint überall; manche gelten nur für eine Region [3]. Für solche Länder-Doodles arbeitet Google oft mit Künstlern aus der jeweiligen Gegend und stellt sie auf der Seite über die Entstehung vor, darunter Marcus Gruber mit dem Doodle zum Tag der Deutschen Einheit [1]. Wo ein Doodle zu sehen war, zeigt später die Karte auf seiner Archivseite; wie du sie findest, steht unter Alte Doodles finden.

Wer an diesen Schritten beteiligt ist, beschreibt Das Doodle-Team. Spiele, für die der Testaufwand besonders groß ist, stellt Interaktive Doodles und Doodle-Spiele vor. Mehr über die Wissenschafts-Doodles, darunter das Relief zu Oskar Picht, steht unter Doodles zu Wissenschaft und Erfindungen.

  1. Organisation Discover how Doodles are made. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation The story behind Doodles. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation 12 things you didn't know about Google Doodles. Google (The Keyword). Stand 20.09.2022. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Google Doodles - Google's Search Logo Changes for Every Occasion. Google. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Organisation Celebrating Johann Sebastian Bach. Google. Stand 21.03.2019. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Celebrating Oskar Picht. Google. Stand 23.09.2024. abgerufen am 29.10.2026
  7. Organisation Hedwig Kohn's 132nd Birthday. Google. Stand 05.04.2019. abgerufen am 29.10.2026
  8. Organisation Stephen Hawking's 80th Birthday. Google. Stand 08.01.2022. abgerufen am 29.10.2026
  9. Organisation Hedy Lamarr's 101st birthday. Google. Stand 09.11.2015. abgerufen am 29.10.2026
  10. Organisation 50th Anniversary of the Moon Landing. Google. Stand 19.07.2019. abgerufen am 29.10.2026
  11. Organisation Celebrating 50 years of Kids Coding. Google. Stand 04.12.2017. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 29.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.